Stemweder Open Air ‘06
Nach dem etwas aus dem Ruder geratenen Hurricane-”Kurzbericht” versuche ich mich heute mal etwas kürzer zu halten. Es geht um das Stemweder Open Air…
Also erstmal mit drei Leuten und viel zu viel Zeugs in einem roten Renault R4 losgefahren, kurz noch ein zwischenstop für elementar wichtige Dinge (Toast, Würstchen, Zahnbürste, Bier, Panzerband…), und dann auf zum Festival. Jeder der schonmal im einem vollgeladenen R4 gefahren ist weiß wieviel Spaß das Ding in Kurvenlagen macht, allen anderen überlasse ich es ihrer Fantasie sich das vorzustellen…
OK, erstmal angekommen rufen wir alle möglichen Leute an die wir kennen, hetzen sie über den ganzen Campinplatz um uns ihre Zeltplätze zeigen zu lassen. Nachdem wir uns für den Besten entschieden hatten (Sorry Martin, aber die hatten einfach die cooleren Nachbarn) gehts das erste mal zur Bühne. Boozed spielt, alle springen. Mein Nacken wird sich später auf brutale Art und Weise an diese anderthalb Stunden vor der Hauptbühne erinnern, aber das tut nichts zur Sache.
Nach einer Pause mit viel Alkohol geht’s weit nach 11 Uhr endlich zur zweiten Band: La Vela Puerca. An dieses Konzert werden sich wiederum meine Füße später schmerzhaft erinnern… So gegen 1 Uhr waren wir alle so einigermaßen geschafft und gingen pennen… soweit das ging bei diversen Störfaktoren. Zum einen war das Diskozelt in greifbarer Nähe. Die Musik war durchaus gut, ich habe aus dem Bassbrei sogar diverse Songs von System of a Down, Queens of the Stone Age, Foo Fighters, Mando Diao und diversen anderen Rock/Metal-Bands erkannt, aber das war nicht unbedingt leicht, da man im Zelt fast ausschließlich die Bassdrum hören konnte. Der zweite Störfaktor waren dutzende (kein Scherz, es waren wirklich DUTZENDE…) Leute außerhalb des Zeltes im Vorbeigehen zu hören die alle schonmal einen Renault R4 hatten. Es gab auch zwei, drei andere Kommentare und Gesprächsfetzen zu hören, aber die Rote Rostlaube überwog. Einige Zitate: “Hey, so einen hatte ich auch mal!” “Ist das’n Lada oder… ne, is doch ein R4.” “Jetzt kommen hier Zeltschnüre, da müssen wir aufpa… Aua!” “Guck mal da, was is’n das fürn Auto?” “Hey! Noch nich pennen hier!” Dritter und letzter Störfaktor war das krachen von Blech. Nicht vom geliebten Gefährt sondern von unserem Grill… dazu gleich mehr.
Am nächsten Morgen, es muss so gegen 6 gewesen sein (ich freute mich gerade “Closer” von den Nine Inch Nails aus richtung Diskozelt erkannt zu haben) gings echt nicht mehr, wir stehen auf, putzen die Zähne (mit Eistee Mund ausspülen schockt, Alda!) und beschließen spontan Martin (nochmal sorry auch dafür) zu Wecken… neben dem “Spaß” den diese Aktion brachte wollten wir aber eigentlich nur den Instant-Grill von ihm. Unserer war ja wie gesagt über den gesamten Weg verteilt. Nach einem ausgiebigen Frühstück, Bier, einigen Wer-Bin-Ich-Runden (ich war Sailor Moon und Mila Superstar) und einem angenehmen Nickerchen bei dieser ach-so-witzigen Hawaiihemdtragenden Band deren Namen ich vergessen hab (nein, das ist falsch… ich wusste ihn nie) gings weiter mit Saufen. Martin hatte seinen Whiskey und eine Flasche Green Power bei uns vergessen… obwohl ersteres nur Jim Beam (klingt arrogant, aber Irish Whiskey schmeckt einfach besser) war und zweiteres sowieso eklig schmeckt waren sie doch erstaunlich schnell weg… (nochmal: Sorry, Martin!)
Dann auch mal wieder zur Bühne. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einige Bekannte getroffen und spontan eine Band gegründet, über die Musikrichtung denken wir dann später nach. Nur fürs Protokoll: meine zweite Bandgründung an diesem Tag, zuvor hatte ich bereits ein Elektro-Soloprojekt ins Leben gerufen (”Jeder sollte ein Elektro-Soloprojekt haben!”). Aber zurück zur Waldbühne: GOMM, ziemlich gute französische Band, klangen so wie Maximo Park, ich glaube man nennt das Post-Punk oder so… danach kam Siena Root, so eine Retro-Rock-Band… ähnlich wie Wolfmother eigentlich, nur dass sie im Gegensatz diese Grauenhaften endloslangen Instrumental-Soli (The Doors Hasser wissen was ich meine) aus den 70ern übernommen haben, was mich nach einiger Zeit auch zum Gehen bewegte.
Der Rest des Abends… ach Gottchen, ich merk grade dass ich schon wieder viel zu viel geschrieben habe… und mir fallen immer noch Details ein, die eigentlich erzählenswert wären. Zum Beispiel der Gehirn-Dildo an einem der Laden-Stände. Oder der betrunkene, der in unsere Wer-Bin-Ich runte kam. Oder der ganze Spaß mit dem Panzertape (Beinenthaarung, Rennstreifen auf Autos…) Oder der bestialische Gestank nach unserer Rückfahrt. Ach ich könnte noch so viel erzählen… hat außerdem jemand außer mir den Verdacht dass der Matsch vor der Hauptbühne von verschüttetem Alkohol kam? Naja… ich hör dann mal auf. See you next year!
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